Ferdinand Pfohl

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Ferdinand Pfohl (1862 â€“ 1949) war einer der angesehensten deutschen Musikkritiker; sein Urteil hatte groĂźes Gewicht (Willscher in MGG 2005). Von ihm stammt auch eine Vielzahl sehr reizvoller Kompositionen, beispielsweise seine Pierrot-Vertonungen. Zudem trat er 1911 als Verfasser einer der ersten musikwissenschaftlich bedeutsamen Wagner-Biographien hervor, sowie mit weiteren Werken ĂĽber Nikisch, Beethoven u.a.

1862 in Böhmen geboren übersiedelte er – nach dem Studium der Musik und der Philosophie in Leipzig – nach Hamburg und war hier von 1892 bis 1931 Leiter des Musikfeuilletons bei den "Hamburger Nachrichten". Die Opernkritiken, die er hier verfasst hat, sind in der Theatersammlung Hamburg archiviert. Neben seiner Tätigkeit als Kritiker war er Mitdirektor und Lehrkraft am renommierten Vogt'schen Konservatorium, einem Vorläuferinstitut der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Seine der Spätromantik zuzurechnenden Kompositionen umfassen u.a. ein Chorwerk mit Orchesterbegleitung "Twardowsky" sowie Orchesterwerke, die zu seinen Lebzeiten von namhaften Dirigenten, wie Arthur Nikisch, Felix Mottl und Max Reger zur Aufführung gebracht worden sind. Hinzu kommen mehrere Klavierwerke sowie eine größere Anzahl Sololieder mit Klavierbegleitung zu Texten u.a. von Goethe, Heine und Rilke. Manche seiner Kompositionen sind leider verschollen.