Gustav Mahler

IMG 0194Bevor Gustav Mahler als Hofoperndirektor nach Wien ging, hat er die Hansestadt während seiner Hamburger Jahre 1891 bis 1897 entscheidend geprägt. Als Erster Kapellmeister – das Amt entspricht dem heutigen Generalmusikdirektor – hat er das Stadttheater, die heutige Staatsoper, zu Weltruhm geführt. Seine Einstudierungen und Dirigate der Opern von Mozart und Wagner sind legendär. Sein interpretatorisches Genie wurde zudem in bedeutenden Hamburger Erstaufführungen von Tschaikowskys „Eugen Onegin“, Verdis „Falstaff“ oder Smetanas „Die verkaufte Braut“ deutlich. Bernard Shaw pries Mahler als großen Wagner-Dirigenten, als er anlässlich des Gastspiels der Hamburger Oper 1892 in London gastiere.

Mahler probierte am Hamburger Stadttheater mit einem ungeheuren Arbeitsaufwand, und er dirigierte, unbarmherzig ausgebeutet vom mächtigen Opernimpresario Bernhard Pollini, eine schier unglaubliche Anzahl von Vorstellungen: In der Spielzeit 1894/95 waren es 138, in der Spielzeit 1895/96 gar 148 Abende!

In Mahlers Hamburger Jahre fällt auch die Liaison zur jungen hochdramatischen Sopranistin Anna von Mildenburg und die zwischen Bewunderung und Rivalismus schwankende Beziehung zu seinem älteren Kollegen Hans von Bülow, von dem der junge Kapellmeister nach dessen Tod zusätzlich die Leitung der Abonnementskonzerte übernahm.