Frédéric Chopin

Seine herausragenden, einzigartigen musikalischen Werke sowie die Schönheit seiner Musik machen FrĂ©dĂ©ric (die Polen schreiben Fryderyk) Chopin (1810 – 1849) zu einem der außergewöhnlichsten Komponisten der Musikgeschichte und grĂ¶ĂŸten KĂŒnstler seiner Zeit.
Er wurde am 1. MĂ€rz 1810 (nach eigenen Angaben am 22. Februar) als zweites Kind von Nikolas Chopin, eines Lehrers französischer Herkunft, und seiner Frau Justyna in Zelazowa Wola/Polen geboren und wuchs mit drei Schwestern in Warschau auf. Die gesamte Familie war kĂŒnstlerisch begabt und pflegte die Hausmusik. Schon bald bat man den siebenjĂ€hrigen, auf Privatgesellschaften angesehener Warschauer Familien Klavier zu spielen. Sein erstes Konzert gab er mit acht Jahren.
Chopin war schon in jungen Jahren kein krĂ€ftiges Kind. So kam es, dass er regelmĂ€ĂŸig im Sommer von seinem Vater aufs Land geschickt wurde. FrĂ©dĂ©ric liebte die Musik dieser erdverbundenen Bauern. Viele seiner spĂ€teren Kompositionen bezeugen den Einfluss der volkstĂŒmlichen KlĂ€nge und Rhythmen.
Mit 16 Jahren schrieb ihn sein Vater am neu gegrĂŒndeten Warschauer Konservatorium ein, wo seine Lehrer schnell seine außergewöhnliche Begabung erkannten. Nach der erfolgreichen Absolvierung des Konservatoriums fĂŒhrte die erste musikalische Auslandsreise (im Juli 1829) Chopin in die Musikmetropole Wien, wo er rasch Anerkennung fand und sich musikalisch weiterentwickelte.LOGO ohne TextZurĂŒck in Warschau verliebte er sich in die junge GesangsschĂŒlerin Konstanze Gladkowska, die ihn durch die Anmut ihrer Stimme, deren Reinheit und KlangfĂŒlle, zu vielen Klavierkompositionen inspirierte. Chopin war in Warschau sehr beliebt. Als Persönlichkeit war er einerseits liebenswĂŒrdig, höflich, von gutem Aussehen. Andererseits war er hochsensibel und leicht verletzbar. Er wurde frĂŒhzeitig als KĂŒnstler von höchstem Rang und als Genie gefeiert.
Sein Leben Ă€nderte sich auf einen Schlag, als 1830/31 der Aufstand der polnischen Bevölkerung gegen die russische UnterdrĂŒckung eskalierte und Chopin nach einer Konzertreise durch Europa auf Anraten seines Vaters nicht nach Warschau zurĂŒckkehren sollte. Er "emigrierte" nach Paris. Dort half ihm sein musikalisches Können sowie sein elegantes Auftreten, schnell in vornehmen Kreisen bekannt zu werden. Die Bankiersfamilie Rothschild öffnete ihm den Zugang zu aristokratischen HĂ€usern.
Das Paris der dreißiger und vierziger Jahre hatte sich zum Zentrum der europĂ€ischen Kunst und Musikkultur entwickelt. Chopin lernte Rossini, Bellini, Donizetti, Meyerbeer kennen. Er befreundete sich mit Liszt, Berlioz, Mendelssohn und bildete mit ihnen den Kreis der "romantischen Bewegung". Chopin wurde schnell zum begehrtesten Gast-Pianisten der Pariser "Salons", zu denen die Bourgeoisie berĂŒhmte Literaten wie Balzac, Dumas, Hugo, Mickiewicz einlud.

In einem dieser Salons lernte Chopin im Jahre 1835 die skandalumwobene Schriftstellerin George Sand kennen, die ihn zunĂ€chst vergeblich umschwĂ€rmte. Im Jahre 1838 wurden beide schließlich ein Liebespaar, obwohl Chopin schon von seiner schweren Krankheit gezeichnet war. Gemeinsam verbrachten sie einen Winter auf der Insel Mallorca, wo sich jedoch die Hoffnung auf eine Besserung seines Gesundheitszustandes nicht erfĂŒllte. Nach einem schweren Tuberkulose-Anfall brachte George Sand ihn schliesslich nach Frankreich zurĂŒck.
In der Zeit des Zusammenlebens mit der Schriftstellerin hat Chopin, trotz seines Leidens, die meisten seiner Kompositionen geschaffen. Denn die Freundin verhalf ihm zu einem geregelten Leben und er verbrachte die Sommer regelmĂ€ĂŸig auf ihrem Landgut in Nohant. Als das VerhĂ€ltnis zwischen Chopin und den heranwachsenden Kindern George Sands immer problematischer wurde und die Beziehung zunehmend belastete, kam es im Juli 1847 zur Trennung.
Mit Jane Stirling, einer ehemaligen SchĂŒlerin, versuchte Chopin, eine neue Verbindung einzugehen. Er unternahm im April 1848 eine Tournee durch England. Doch die anstrengenden Konzerte in London zerstörten seine Gesundheit vollends. So kehrte er 1849 nach Paris zurĂŒck. Seine letzte Wohnung hatten Freunde fĂŒr ihn am Place VendĂŽme No. 12 gefunden (heute ein berĂŒhmtes Juwelier-GeschĂ€ft), wo er am 17. Oktober im Alter von 39 Jahren starb. Sein FlĂŒgel mußte bis zum Schluss neben seinem Bett stehen.
Chopin ist auf dem Friedhof PÚre Lachaise beerdigt worden, sein Herz wurde auf Chopins Wunsch von seiner Schwester nach Warschau gebracht, wo es in der Heiligkreuzkirche - eingemauert in einem Pfeiler - seine letzte RuhestÀtte fand.
Chopins Werk ist aus unterschiedlichen GrĂŒnden ein Meilenstein in der Musikgeschichte. Uns eröffnet sich ein neuartiger, bahnbrechender Klang, eine Art "Chopinsche Harmonie- und Klangsprache", ein ungeheurer melodischer Einfallsreichtum, ein sehr persönliches Schönheitsempfinden und eine Vielfalt an GefĂŒhlen und Stimmungen. Dies alles zu entdecken gehört zu den Zielen der Chopin-Gesellschaft Hamburg-Sachsenwald.